VMware vSphere Ressourcemanagement Ressource-Pools richtig verwenden

In einem DRS-Cluster kann man Ressource-Pools als weitere logi­sche Abstraktions­ebene an­legen. Sie lassen sich zur Parti­tionierung verfügbarer CPU-Leistung und von Arbeits­speicher be­nutzen und sogar in Hierar­chien anordnen. Eine falsche Verwendung des Features kann aber Ressourcen blockieren.

Eines der Haupt­einsatz­gebiete von Ressource-Pools ist das Bilden von Ressourcen-Silos für den Fall, dass Abteilungen im Unter­nehmen oder Sub­unter­nehmen als Mandanten betrachtet werden. Sie bezahlen zum Beispiel im Rahmen von SLAs für eine bestimmte Menge an Rechen­leistung, die dann garantiert werden muss.

Kapselung von Ressourcen

Ein anderer Zweck von Ressourcen-Pools besteht in der Möglichkeit dafür zu sorgen, dass eine Ressource-Gruppe eine in der Hierarchie höher­liegende Ressource nicht beein­trächtigen kann, wenn sie außer Kontrolle gerät.

Ein Ressource-Pool kann auch als Migrationsziel für vMotion fungieren, ist er doch eine vollwertige, eigenständige Compute-Ressource.

Grundsätzlich handelt es sich bei Ressourcen-Pools um ein Cluster-Feature, und zwar speziell im Zusammen­hang mit DRS. Daher setzt es eine Enterprise-Plus-Lizenz voraus. Das Feature ist somit auch deaktiviert, wenn kein DRS im Cluster aktiviert ist.

Ressourcen-Pools auf einzelnen Host problematisch

Das ist deshalb so, weil die Hosts in einem Cluster im Falle eines Server-Ausfalls austauschbar sein sollen. Ressourcen-Pools auf Host-Ebene in einem Cluster können jedoch das Verhalten der virtuellen Maschine drastisch beein­flussen, wenn ein Failover auf einen anderen ESXi-Host im Cluster erfolgt, zu dem der Ressourcen-Pool nicht gehört.

Auch wenn Zweck und Konfiguration von Ressource-Pools auf dem ersten Blick leicht verständlich erscheinen, ist bei der Verwendung dennoch Vorsicht geboten. Am wichtigsten ist zu verstehen, dass Reser­vierungen und Grenz­werte immer die Flexibilität des CPU-Schedulers bzw. Memory-Allocators sowie des VMKernel-Storage-Stacks beschränken.

Starre Ressourcenzuteilung

Die hier gemachten Einstellungen wirken sich nämlich immer aus, egal ob die virtuellen Maschinen gerade erhöhten Ressource-Bedarf haben oder ob Host-seitig überhaupt eine Ressourcen-Knappheit vorliegt, die zu einer etwaigen Konkurrenz­situation unter den Verbrauchern führt. Anteile hingegen sind flexibler, da sie vom Hypervisor nur berücksichtigt werden, wenn es zu einer Konkurrenz­situation kommt.

Die möglichen Ressource-Pool-Einstellungen.

Kann die noch verfügbare Kapazität des Hosts oder Clusters die Erfordernisse der Ressourcen-Verbraucher nicht erfüllen, dann muss der Nutzer ggf. die Menge der Ressourcen anpassen, die der Kernel den Ressourcen-Pools zuteilt.

Dazu dienen die Einstellungen Anteile (Shares), Reservierungen (Reservations) und Grenzwerte (Limits). Sie bestimmen die CPU-, Arbeitsspeicher- und Storage-Ressourcen, die einem Ressourcen-Pool zur Verfügung gestellt werden. Sinn und Zweck der genannten Steuerungs-Instrumente sollte vSphere-Admins bekannt sein.

Hier eine kurze Zusammenfassung:

  • Mit einer Reservierung stellt man den garantierten Mindestwert für die Ressourcen­zuteilung einer virtuellen Maschine oder eines Resource-Pools ein. Im Falle der Arbeits­speicher-Virtualisierung wird die hier einge­tragene Größe von jener der Auslagerungs­datei (VM-Name.vswp im VM-Directory des Hosts) abgezogen.
  • Der Grenzwert legt eine Obergrenze für CPU-, Arbeits­speicher- oder Storage-I/O-Ressourcen fest, die der Hyperversior der virtuellen Maschine bzw. dem Ressourcen-Pool zuteilt und ist immer kleiner oder gleich der konfigurierten Arbeits­speicher­größe oder CPU-Taktfrequenz.
  • Anteile hingegen spiegeln die relative Wichtigkeit einer virtuellen Maschine (oder eines Ressourcen-Pools) gegenüber anderen Verbrauchern wieder. Verfügt eine virtuelle Maschine über doppelt so viele Anteile einer Ressource wie eine andere virtuelle Maschine verfügt, darf sie in einer Konkurrenz­situation (nur dann wirken sich Anteile aus) doppelt so viele Ressourcen zu verbrauchen.
    In vielen VMware-Blogs und öffentlichen Vorträgen findet man dazu häufig eine Abbildung der folgenden Art, die allerdings etwas unglücklich ist, da sie häufig zu einer Miss-Interpretation führt.

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