Serie VMware vSphere DRS Teil 3 - Erweiterte Konfiguration und Predictive DRS, Distributed Power Management (DPM)

VM-Außerkraftsetzungen beeinflussen das „Verhalten“ von DRS, und damit das Berechnen der Lastausgleichsmetrik auf VM-Ebene.

Im Normal­betrieb kümmert sich DRS vorrangig um Last­ausgleich. Dazu über­wacht er konti­nuierlich die Ver­wendung von CPUs und Arbeits­speicher für alle Hosts und virtuelle Maschinen im Cluster. Dem Admin stehen mehrere zusätz­liche Optionen zur Ver­fügung, um das Ver­halten von DRS genauer zu steuern.

DRS vergleicht die gewonnenen Metriken mit einer idealen Ressourcen­nutzung, die sich aus mehreren Faktoren errechnet. Als Ergebnis dieser Kalkulation empfiehlt vSphere die Migration von VMs oder führt diese im automatischen Modus selbständig aus. Wird eine neue VM im Cluster einge­schaltet, dann versucht DRS, einen ordnungs­gemäßen Lastausgleich aufrecht­zuerhalten, indem er entweder die virtuelle Maschine auf einem geeigneten Host platziert oder eine entsprechende Empfehlung ausgibt.

Beim Bearbeiten der Konfiguration für einen DRS-Cluster gibt es beim bereits erläuterten Menüpunkt DRS-Automatisierung noch weitere Einstellungen, mit denen man die Verteilung von Workloads beeinflussen kann. Dazu gehören Predictive DRS und VM-Automatisierung, sowie in der Ebene darüber weitere Settings wie Zusätzliche OptionenEnergie­verwaltung und Erweiterte Optionen.

Predictive DRS

Mit dem Aktivieren von Predictive DRS reagiert DRS nicht nur auf Echtzeitmetriken, sondern auch auf prognostizierte Werte, die von vRealize Operations Manager bereitgestellt werden. Allerdings muss der Admin dann auch eine vRealize Operations-Version einsetzen, die Predictive DRS unterstützt und die Funktion dort ebenfalls konfigurieren.

Da vCOPs Machine Learning einsetzt, um auf Basis des historischen Ressourcen­verbrauchs die künftigen Anforderungen vorher­zusagen, kann DRS auf diese Weise quasi voraus­schauend agieren.

Weitere Faktoren für die VM-Platzierung

Im Menü Zusätzliche Optionen kann der Nutzer auch eine der folgenden Standard-Richtlinien erzwingen:

  • Mit VM-Verteilung versucht DRS zugunsten der Verfügbarkeit stets eine gleiche Anzahl an virtuellen Maschinen auf den Hosts des Cluster zu halten. Allerdings ist das für den DRS-Lastausgleich sekundär.
  • Mit der Option Speichermetrik für Lastausgleich kann man den Lastausgleich auf Basis des belegten Arbeits­speichers aller virtuellen Maschinen anstatt auf Basis des aktiven Arbeitsspeichers (Default) errechnen lassen. Dies empfiehlt sich etwa bei Clustern, bei denen das Host-RAM nicht überbucht ist.
  • Ferner kann man ab vSphere 6.5 mit der gleichnamigen dritten Option auch die CPU-Überbelegung im Cluster steuern.

Ebenfalls neu eingeführt mit vSphere 6.5 hat VMware, dass DRS bei der Berechnung der Migrations­metriken bzw. Empfehlungen auch die Bandbreite des Netzwerks einbezieht. Das vermeidet ggf. unnötige Migrationen von VMs auf Hosts, auf denen die maximale Bandbreite nicht für den Betrieb der zu verschiebenden VM ausreicht.

Benutzerdefinierte Automatisierungsebene für eine VM

Das gleichnamige Kontrollkästchen Automatisierungs­ebenen von individuellen virtuellen Maschinen aktivieren erlaubt dem Administrator, für ausgesuchte virtuelle Maschinen oder Gruppen von VMs eigene Regeln zu konfigurieren, welche die Cluster-weiten DRS-Metriken mit dem primären Ziel des Lastausgleichs überschreiben.

Diese Konfiguration wird dann vom Hauptmenü der Cluster-Konfiguration ausgehend auf der Seite VM-Außerkraftsetzungen fortgesetzt. Dort kann der Admin die gewünschte Automatisierungs­ebene für einzelne virtuelle Maschinen anpassen und damit wie erwähnt den standard­mäßigen Automatisierungs­modus des DRS-Clusters außer Kraft setzen.

Zur Wahl stehen folgende Modi:

  • Manuell: Platzierung und Migration von VMs werden nur empfohlen
  • Vollautomatisiert: Empfehlungen zur Platzierung und zur Migration werden automatisch ausgeführt
  • Teilautomatisiert: Die anfängliche Platzierung wird automatisch durchgeführt, die Migrations­empfehlungen nur angezeigt, aber nicht ausgeführt
  • Clustereinstellungen verwenden
  • Deaktiviert

So ist es beispiels­weise möglich, für bestimmte VMs in einem voll­automatisierten Cluster Manuell oder für bestimmte VMs in einem manuellen Cluster Teilautomatisiert zu wählen.

Setzt man eine bestimmte virtuelle Maschine in den VM-Außerkraftsetzungen auf Deaktiviert, dann migriert DRS diese VM nicht und gibt auch keine diese VM betreffenden Migrations­empfehlungen aus. Die VM bleibt statt­dessen an ihren registrierten Host gebunden.

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