VMware veröffentlicht vSphere 6.5 Feintuning auf hohem Niveau

Der neue HTML5-Web-Client in vSphere 6.5 ist zwar funktional noch nicht vollständig aber stabil und daher offiziell supported (Thomas Drilling).

Nicht selbstverständlich für VMware lässt der Virtualisierungsspezialist seiner Vorstellung der kommenden vSphere-Version 6.5 auf der VMWorld Europe relativ zeitnah Taten folgen und gibt die finale Version der neuen vSphere-Generation frei. Version 6.5 bringt viele Verbes­serungen und neue Features in den Bereichen Sicher­heit, Verfügb­arkeit, Management und Skalier­barkeit.

Wie üblich wird die Aktualisierung des Kern-Produktes von VMwares SDDC-Stacks  durch Upgrades wichtiger Tools und Komponenten wie vSAN, PowerCLI, Site Recovery Manager und  vSphere Replication flankiert, die zwar alle auf vSphere basieren, lizenzrechtlich aber eigene Produkte darstellen.

Höher, schneller, weiter

Wie bei einer neuen Hauptversion  zu erwarten hebt VMware bei vSphere 6.5 wieder die Konfigurationsmaxima an. Details dazu liefert die https://www.vmware.com/pdf/vsphere6/r65/vsphere-65-configuration-maximums.pdf Dokumentation, exemplarisch seien pro VM  6TB RAM und 128 vCPUs hervorgehoben, eine eher theoretische Grenze.

vCenter-Appliance bevorzugt

Viele Neuerungen gibt es beim vCenter, der Kommando­zentrale von vSphere. Mit der Version 6.5 vollendet  VMware den schon länger beobachtbaren strategischen Schwenk von der Windows-Version zur Linux-basierten vCenter Server Appliance (VCSA), wobei das unterliegende Linux in Version 6.5 nicht mehr Suse Linux Enterprise, sondern Photon heißt und von VMware selbst stammt, wenngleich auch bei Photon im Kern Red Hat seine Finger im Spiel hat.

Erstmals überflügelt die Appliance in Version 6.5 die Windows-Variante funktional und bringt z. B. eine eigene  Implementation des Update Managers mit, der in der Embedded-Variante die gleiche Postgres-Datenbank nutzen kann, wie das vCenter selbst.

Der Update Manager Server ist jetzt integraler Bestandteil der VCSA 6.5 (Thomas Drilling).

Die VCSA hat sogar Funktionen zu bieten, die für die Windows-Version gar nicht vorgesehen sind, etwa eigene HA-Implementation, sowie ein integriertes Backup-Feature, dass über die VAMI-Oberfläche zugänglich ist.

Auch das Installation-Tool für die VCSA wurde überarbeitet, ist jetzt unter Windows direkt als EXE startbar und liefert neben einem Upgrade-Tool für eine vorhandene VCSA auch das früher nur als Fling erhältliche Migrations-Werkzeug für einen Umzug von der Windows-Version mit.

Den Installer der vCenter-Appliance hat VMware nich nur deutlich aufgehübscht, er bringt auch das VCA-to VCSA-Migrationstool mit (Thomas Drilling).

Weitere Neuerungen im vCenter sind der neue HTML5-Web-Client und ein funktional, sowie UI-technisch massiv überarbeiteter Flash-Client, der wohl erst in der kommenden Version dem HMTL5-Client endgültig den Platz räumen. Wird. Eine ausführliche Vorstellung der  Neuerungen in vCenter 6.5 bietet der Beitrag vCenter 6.5 Linux-Appliance.

Verschlüsselte VMs

Eine der interessantesten neuen Funktionen im Hauptprodukt ist Verschlüsselung von VMs, eine wichtige Voraussetzung, um VMs in hybriden Cloud auch in der Public Cloud provisionieren zu können, zumal VMware ja auf der VMworld eine baldige Zusammenarbeit mit Amazon Web Services versprochen hat. Die VM-Verschlüsselung funktioniert auf Hypervisor-Ebene, also sowohl im gespeicherten Zustand, als auch bei der Migration mittels vMotion.

HA und DRS

Apropos vMotion: Neuerungen gibt es auch auf Cluster-Level, namentlich bei HA und DRS, wobei HA jetzt nicht das neue vCenter Hight Availability Feature im vCenter 6.5 meint. So wartet das klassische HA-Feature mit Neuerungen wie Orchestrated VM Restart und Proactive HA  auf. Ferner wurde DRS um das Feature Predictive DRS erweitert und VMware verbessert die Zusammenarbeit von DRS mit FT.

PredictiveDRS bezieht vRealizeOperation in den Placement/Balancing-Prozss ein (Thomas Drilling).

iSCSI-Unterstützung bei für vSAN

Bei vSAN 6.5, VMwares Software-Defined-Storage-Lösung, ist vor allem der iSCSI-Support hervorzuheben. VSAN eignet sich damit nicht mehr nur als VM-Speicher in einer hyperkonvergenten VMware-Umgebung, sondern kann auch seinerseits Storage-Kapazität nach „außen“ präsentieren. Ebenfalls neu ist, dass vSAN 6.5 das Einrichten eines Clusters mit lediglich zwei 2 Knoten erlaubt, die dann allerdings über ein Crossover-Kabel verbunden sein müssen. Dies entbindet Nutzer von der Notwendigkeit, einen Extra-Switch für den VSAN-Traffic bereit zu halten, bei 10GB gerade für KMUs keine unbedeutende Kostenfrage.

Weitere Details zu VSAN 6.5 verrät der Beitrag Neuerungen in vSAN 6.5. Übrigens bringt auch die neue PowerCLI Version 6.5 zahlreiche neue Module und cmdlets speziell für das Management von VMware vSAN.

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