VMware Virtual SAN Guide Teil 4: Stretched Cluster und Fault Domains

VSAN lässt sich inzwischen auch als verteilter Cluster betreiben (VMware).

Eine besondere Form des 2-Knoten-Clusters bei VMware vSAN ist der mit Version 6.1 einge­führte Stretched Cluster („Ausge­weiterter Cluster“). Ein solcher Storage-Ver­bund erstreckt sich typi­scher­weise über zwei Unter­nehmens­stand­orte und benötigt eben­falls die Witness-Appliance. Aus­fall­zeiten lassen sich zusätzlich durch Fehler­domänen redu­zieren.

Gedacht ist ein Stretched Cluster vor allem für Umgebungen, in denen das Vermeiden jeglicher Downtime ein vor­rangiges Ziel darstellt. Erstreckt sich ein vSAN über zwei Rechen­zentren, dann kann der Cluster den Ausfall einer kompletten Site verkraften.

Das Stretched-Cluster-Konzept

Egal ob 2-Node-Mini-vSAN oder Two-Site-vSAN-Cluster, beide Konzepte arbeiten stets mit zwei aktiven Data-Sites und einer Witness-Site, die in beiden Fällen lediglich den Zeugen-Host enthält. Allerdings besteht jede einzelne Data-Site beim Stretched Cluster wiederum aus einem eigenen 2-Node-Cluster.

So lassen sich Daten und Applikationen nicht nur durch einen Failover zwischen zwei Standorten absichern, sondern zusätzlich auch lokal innerhalb eines Rechen­zentrums per RAID 1. Somit bleiben Informationen auch dann verfügbar, wenn ein komplettes Datacenter ausfällt.

Anwendungsfälle

Der zweite Standort dient im Stretched-Cluster-Konzept von VMware aber nicht nur dem Failover, sollte es zu technischen Ausfällen oder Naturkatastrophen kommen. Die Active/Active-Konfiguration sorgt in Zusammen­arbeit mit HA und DRS auch dafür, dass sich virtuelle Maschinen gleichzeitig auf beiden Seiten ausführen lassen, da vSAN auch mit FT kompatibel ist.

Wie bei einem Host-Cluster sorgt zudem HA auch im Storage-Cluster dafür, dass VMs auf einem anderen Host neu gestartet werden, wenn ein einzelner ESXi-Server ausfällt. Und nach wie vor kümmert sich DRS um die Lastverteilung im Cluster unter Zuhilfenahme von vMotion. Damit sind mehrere Szenarien für den Stretched Cluster denkbar:

  • Planbare Wartungsfenster: Unter­nehmen könnten wechselseitig je eine komplette Site in Wartung nehmen, ohne dass es zu Ausfall­zeiten für Services kommt. Applikationen lassen sich nach Belieben und transparent für die Anwender von der einen zur anderen Site hin- und zurück­migrieren.
  • Disaster-Vermeidung: Schutz von Applikationen vor Downtime durch Katastrophen. Das Stretched-Cluster-Konzept ermöglicht eine somit eine echte Vermeidung von Ausfallzeiten und nicht nur ein Desaster Recovery.
  • Automatisierte Wiederherstellung: vSAN ist eng mit HA verzahnt, was sehr niedrige RTOs in DR-Szenarien erlaubt.

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