Teil 5: Predictive DRS Neuerungen in vSphere 6.5

PredictiveDRS bezieht vRealizeOperation in den Placement/Balancing-Prozss ein (Thomas Drilling).

Viele vSphere-Nutzer – zumindest solche im Besitz einer Enterprise-Plus-Lizenz – erfreuen sich seit Jahren an DRS, tut das gut funktionierende Feature doch eher unauffällig seinen Dienst im Hintergrund. Nachdem es lange Zeit  kaum Neuerungen bei DRS gab, bringt vSphere 6.5 tolle neue Features wie z. B. Predictive DRS.

DRS (Distributed Ressoruce Scheduler) ist ein Cluster-Feature, das den Load zwischen allen zum DRS-Cluster gehörenden Hosts nach Bedarf via vMotion „ausbalanciert“. In anderen Worten: Ein DRS-Cluster bildet einen gemeinsamen Ressource-Pool (RAM und CPU). DRS kann dann VMs beim Einschalten automatisch auf demjenigen ESXI-Host platzieren, der die meisten Ressourcen zur Verfügung hat (Manual Mode). Optional kennt DRS auch einen Automatic-Mode. Dieser sorgt in der Praxis dafür, dass das technische komplexe Feature überwiegend im Hintergrund passiert. DRS muss dazu die Auslastung der involvierten ESXi-Host überwachen und löst bei konfigurierbaren Schwellwerten automatisch vMotion-Operationen aus.

Da vMotion im Zweifel sehr viel Bandbreite beansprucht, empfiehlt sich der automatische Modus nur bei einer passenden unterliegenden Netzwerkinfrastruktur mit  10 oder 40 Gbs, wenngleich die Minimalanforderung für vMotion bei 1ooo Mbs liegt. Dies korrespondiert aber durchaus mit der Zielgruppe, die eine Enterprise-Plus-Lizenz nutzt. Sind die Voraussetzungen gegeben, ist DRS ein tolles Features, das den Auslastungszustand aller ESXi-Hosts im Cluster ohne Zutun des Admins in Waage hält. DRS ist zudem stabil und zuverlässig.

Predictive DRS

Nachdem es über mehrere ESXI-Versionen hinweg keine Neuerungen bei DRS gab, wartet vSphere 6.5 in dieser Hinsicht gleich mit drei neuen Features

  • Predictive DRS
  • Network-Aware DRS
  • DRS Profiles

auf. Werfen wir in diesen Beitrag zunächst einen Blick auf PredictiveDRS

Predictive DRS

An diesem Feature arbeitet das DRS-Team schon eine ganze Weile. Es vereint im Prinzip DRS mit dem vRealize Operations Manager, um Letzterem bei Entscheidungen über das Platzieren, bzw. Balancieren vom VM-Workloads hinzuziehen zu können. Das Feature hat allerdings noch solange Tech-Preview-Status, bis auch vROps in Version 6.5 vorliegt. Der Operations Manager hat zwar im November letzten Jahres Version 6.4 erreicht; Version 6.5 soll aber erst im 1 Quartal dieses Jahres erscheinen. Weitere technische Details zum Feature sowie zur Roadmap von Predictive DRS verrät Brian Graf, Senior Product Manager für vSphere DRS/HA  in seinem Blog.

Gute Zusammenarbeit

Natürlich nutzt DRS weiterhin in erster Linie die vom vCenter bereit gestellten Daten, verwendet aber on top ebenfalls VROps-Metriken. Mit diesen lässt sich voraussagen, wie sich der Ressourcen-Verbrauch auf Basis der historischen Daten in „naher“ Zukunft (60 Minuten) entwickelt. Angenommen, eine VM nutzt aktuell 2GB Arbeitsspeicher. Aufgrund der Zusammenarbeit mit vROps und der historischen Daten weiß DRS nun aber, dass jeden Tag zur gleichen Zeit ein SQL-Job läuft, der nach 4GB-RAM verlangt. Solche absehbaren Ressourcen-Spitzen können nun in die Placement/Balancing-Empfehlung von DRS einbezogen werden. Falls aber aus welchen Grund auch immer der Ressourcen-Verbrauch zum Zeitpunkt des SQL-Jobs doch geringer ist, ignoriert DRS die „Vorhersage“ und bezieht selbstverständlich nur den aktuellen Ressourcenverbrauch ein.

Predictive DRS einschalten

Konfigurieren kann der Admin ein solches Verhalten in den Cluster-Einstellungen des DRS-Clusters. VMware hat die GUI zu den Cluster-Settings im Web Client gegenüber der Version 6.0 angepasst. Startpunkt ist ein Klick auf  Edit bei markiertem Cluster-Objekt im Bereich DRS. Hat man das Häkchen für Turn ON vSphere DRS gesetzt, klappt man direkt unterhalb den Knoten bei DRS-Automation auf; Predictive DRS kann in der dritten Sektion von oben aktiviert werden.

 

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