VMware vSAN Witness-Appliance: Cluster-Mitgliedschaft, Versionen und Hosting Two-Node-vSAN Reloaded

Bei der vSAN Witness Appliance han­delt es sich um einen Nested ESXi, der als Tie Breaker für vSAN-Cluster mit 2 Knoten bzw. für vSAN Stretched Cluster dient. Die folgenden Ausführungen erläutern, inwiefern die Appliance Teil des Clusters ist und in welcher Version und auf welchen Hosts sie ausge­führt werden sollte.

Die vSAN Witness Appliance beseitigt die Notwendigkeit für die Bereitstellung eines dritten physischen vSAN-Knotens in einem Single-Site-Cluster. Damit ist sie also eher für kleine Unternehmen gedacht, für die ein vSAN einen nicht unerheblichen Kostenfaktor darstellt. Daneben ist ein dritter, rein virtueller vSAN-Knoten mit reduzierten Latenz­anfor­derungen für den Witness-Traffic eine Voraussetzung für den Aufbau eines Stretched Clusters.

vSAN Witness – Begrifflichkeiten

Beim Konzept des vSAN Witness ist es wichtig, sich über die Bedeutung der einzelnen Witness-Komponenten absolut im Klaren zu sein. Die bisher ausschließlich erwähnte Witness Appliance ist eine kostenlose VM, in dem ein ESXi läuft. Ebenso zulässig wäre aber ein physischer ESXi-Host ohne Datastores und mit nur einem vSAN-Kernel-Adapter. Beide müssen manuell dem vCenter bzw. Datacenter hinzugefügt werden. Der virtuelle oder physische Witness-Host wird nur zum Speichern von Unter­brechungs­meta­daten für Verbindungen (Tie Breaker Meta Data) in einer Stretched-Cluster- oder 2-Node-vSAN-Konfiguration benötigt.

Die vSAN Witness-Komponente hingegen speichert die Unter­brechungs­meta­daten von Verbindungen für vSAN-Daten­komponenten, die sich auf verschiedenen Fehlerdomänen oder -Hosts befinden. Beim Bereitstellen, Konfigurieren oder Verwalten eines Stretched Clusters bzw. eines 2-Node-vSAN ist es wichtig, diese Unterschiede zu kennen.

Cluster-Mitgliedschaft

Ein Witness-Host ist sowohl für Stretched vSAN-Cluster als auch für 2-Knoten-vSAN erforderlich und nimmt damit quasi am vSAN-Cluster teil. Die Formulierung ist allerdings mit Vorsicht zu genießen, weil der Witness-Host kein Mitglied des Host-Clusters, sondern lediglich des vSAN-Clusters ist, was auch an der Objekt­hierarchie im vSphere Client leicht zu erkennen ist.

Der Witness-Host ist kein Mitglied des Host-Clusters, sondern nur des vSAN-Clusters.

Die allgemeine Empfehlung von VMware besteht darin, den vSAN-Witness-Host in einem separaten Datencenter zu platzieren, etwa einem, das man extra dafür anlegt. Dabei möchte ich noch mal betonen, dass der vSAN-Witness-Host kein Mitglied des vSphere-Host-Clusters sein darf. 

In der Datenträger­verwaltung der vSAN-Konfiguration ist die Disk Group des vSAN-Witness-Host allerdings  ein „beitragendes“ Mitglied des vSAN-Clusters.

Der Witness-Host trägt formal Festplatten zum vSAN-Cluster bei.

 

Dazu noch eine sehr wichtige Warnung: Es ist nicht möglich, einen Cluster aus mehreren vSAN-Witness-Hosts zu erstellen, denn diese können per Definition keine Mitglieder eines vSphere-Clusters sein. Für ein besseres Organisieren von Witness-Hosts lässt sich stattdessen der Folder Host- und-Cluster gut nutzen.

Versionen

Wichtig ist außerdem, dass für einen 2-Knoten-Cluster beide Daten-Nodes die gleiche Build-Version haben sollten.

Obwohl der vSAN-Witness-Host nicht Teil des vSphere-Clusters ist, trägt er Festplatten zum vSAN-Cluster bei. Daher sollte auch er dasselbe Build aufweisen wie die vSAN-Daten-Knoten. Auf jeden Fall aber sollte es sich aber um die dieselbe Version von vSAN handeln.

Dabei ist zu bedenken, dass der vSAN-Zeugenhost eine ganz normale ESXi-Instanz ist, egal ob physisch oder virtuell. Er kann bzw. muss daher genau wie jeder andere ESXi-Host gepatcht werden, typischerweise via VUM.

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